Fahrscheinloser ÖPNV in Bremen – einmal durchgerechnet

In ihrem Programm für die Wahl des Abgeordnetenhauses am 18.09.2011 in Berlin forderten die Berliner Piraten einen fahrscheinlosen öffentlichen Nahverkehr. Dieser darf aber nicht mit der Forderung nach einem kostenlosen ÖPNV verwechselt werden, denn der fahrscheinlose ÖPNV soll durch eine Umlage in Form von kommunalen Abgaben gemeinschaftsfinanziert werden1.

Dieses Konzept lässt sich auch auf Bremen übertragen:

Meine Vision ist hierbei die fahrscheinlose Nutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel im Bundesland Bremen.

Wie lässt sich das aber bezahlen?

Einfacher als erwartet!

Lasst uns das mal durchrechnen:

Die BSAG hat im Jahr 2010 € 73.128.165,- durch Fahrgelderträge eingenommen. Hinzu kommen noch Ausgleichsbeträge für reduzierte Tarife für Auszubildende und für den kostenlosen Transport von Schwerbehinderten u.ä. in Höhe von insgesamt € 12.744.209,-.

Ein fahrscheinloser Nahverkehr sollte aber nicht nur die Umsatzerlöse durch eine Gemeinschaftsfinanzierung austauschen, sondern zugleich die Verschuldung Bremens reduzieren.

Allein 2010 musste Bremen Verluste der BSAG in Höhe von € 52.600.053,32,- übernehmen.

Zusammen müsste daher eine Summe von ca. € 138.472.427,32,- gegenfinanziert werden2.

Wer soll das bezahlen?

Im Land Bremen lebten am 01.06.2011 insgesamt 660.009 Menschen3. Wenn jetzt jeder einen gleichen Anteil hieran zahlen soll, wären das pro Person jährlich € 209,80,-, also monatlich € 17,48,-.

Jetzt könnte man natürlich überlegen, bestimmte Bevölkerungsgruppen hiervon auszunehmen und andere hinzuzurechnen.

Was ist mit Minderjährigen?

Zum Beispiel könnte man Familien entlasten, indem man Minderjährige nicht zu einem Kostenanteil heranzieht. Am 31.12.2010 lebten im Land Bremen 100.374 Minderjährige4. Damit blieben noch 559.635 Personen übrig, die eine Nahverkehrsabgabe leisten müssten, die sich dann auf ca. € 247,43,- jährlich und € 20,62,- monatlich belaufen würde.

Und was ist mit Studenten?

Jetzt könnte man noch auf die Idee kommen, Studierende, die ja bereits mit dem Semesterticket eine Pauschalgebühr für den ÖPNV zahlen, hiervon auch auszunehmen. Diese zahlen jährlich € 225,84,-5, also monatlich € 18,82,- für das Semesterticket. Dieses gilt aber nicht nur im Land Bremen, sondern auch auf weiteren Strecken. Welcher Anteil hiervon aber an die BSAG geht konnte ich nicht herausfinden.

Es gab im Wintersemester 2010/2011 in Bremen 31.848 Studierende6, wobei aber ein nicht näher bestimmbarer Anteil kein Bremer Landeskind ist. Aufgrund dieser Zahlen dürfte eine Herausnahme der Studierenden aus den Nahverkehrsabgabenverpflichteten sich nur geringfügig auf den monatlichen Anteil des Einzelnen auswirken, so dass ich diesen hier vernachlässigen werde.

Ist das nicht sozial ungerecht?

Eine Abgabe in Höhe von ca. € 20,- pro erwachsenem und nicht studierenden Einwohner Bremens ist auch nicht unsozial. Ein Stadtticket, dass Hartz-IV-Empfänger und Grundsicherungsempfänger erwerben können, kostet monatlich bereits € 25,- pro Person und gilt nur für den Stadtbereich Bremen7.

Vom Hartz-IV-Regelsatz sind derzeit aber nur 5,7% für Verkehr (ÖPNV, Fahrrad) vorgesehen8, also bei einem Eckregelsatz von € 359,- macht das ca. € 20,46,-. Eine Nahverkehrsabgabe von € 20,- pro Person liegt damit zumindest innerhalb des dafür vorgesehenen Anteils von Hartz IV.

Der Normalpreis für eine Monatskarte in Bereich Stadt Bremen kostet im Jahresabo zudem € 43,70,-, einschließlich Bremen-Nord sogar € 60,30,- und in Bremerhaven € 38,50,-. Minderjährige zwischen 6 und 17 Jahren, Hunde und Fahrräder blieben nach dem neuen System gänzlich von derzeit geltenden Fahrkosten verschont.

Sollen jetzt die Schwerbehinderten auch zahlen?

Schlechter ständen sich allerdings Schwerbehinderte, die derzeit kostenlos den öffentlichen Nahverkehr gegen eine staatliche Ausgleichsleistung nach §§ 145 ff. SGB IX nutzen dürfen. Dies betraf im Jahre 2009 einen Personenkreis von insgesamt 59.734 Einwohnern, von denen 1340 minderjährig waren9. Es verbleiben also noch ca. 58.396 zahlungspflichtige Schwerbehinderte. Wenn man diese weiterhin von einem finanziellen Beitrag zum ÖPNV befreien will, bleiben nur noch 501.239 Zahlungspflichtige übrig, die jährlich einen Beitrag von ca. € 276,26,-, also monatlich € 23,02,- zahlen müssten.

Sollen auch Berufseinpendler zahlen?

Jetzt könnte man diesen Betrag wieder reduzieren, indem man Berufseinpendler ebenfalls zu einer solchen Abgabe verpflichtet, die dann über deren Arbeitgeber mit Firmensitz in Bremen eingezogen werden würde. 2008 sind 103.206 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in die Stadt Bremen und 21.626 in die Stadt Bremerhaven zum Arbeiten eingependelt10 – insgesamt also 124.832 Personen. Wenn man diesen Personenkreis, der bisher den öffentlichen Nahverkehr noch nicht einmal durch Steuerzahlungen im Lande Bremen mitfinanziert, ebenfalls zu einer Nahverkehrsabgabe heranzieht, wird diese dann von ca. 626.071 Personen finanziert, so dass die Abgabe wieder auf jährlich ca. € 221,18,-, also monatlich ca. € 18,43,- sinken würde. Sinnvoll wäre es für diese Gruppe unter persönlichen und ökologischen Gesichtspunkten hier sicherlich auch, die Park & Ride-Möglichkeiten im Land Bremen auszubauen.

Werden hierdurch Autofahrer ungerecht behandelt?

Wenn jetzt die Autofahrer aufschreien und sagen, sie nutzen den ÖPNV ja gar nicht und sollen jetzt trotzdem dafür zahlen, kann diesen entgegen gehalten werden, dass sie bereits heute den ÖPNV in Bremen mitfinanzieren. Jeder der 313.444 im Jahre 2007 in Bremen Steuerpflichtigen11, hat 2010 bereits jährlich ca. € 167,81,-, also monatlich ca. € 13,98,- aus Steuermitteln zur Verlustfinanzierung der BSAG aufgebracht – und das ohne dafür eine Gegenleistung zu erhalten! Denn Fahrkarten mussten sie noch zusätzlich bezahlen. Für eine zusätzliche Leistung von ca. € 5,55,- kann dieser Personenkreis jetzt den ÖPNV im Land Bremen ohne weitere Kosten nutzen. Bereits ein Tagesticket nur für die Stadt Bremen kostet allein € 6,30,-.

Wie ist das mit Bremerhaven?

Da im Internet keine Zahlen zur Gewinn- und Verlustrechnung der Verkehrsgesellschaft Bremerhaven AG, die „Bremerhaven Bus“ betreibt, aufzufinden waren, diese aber vermutlich auch Verluste und mit Sicherheit Umsatzerlöse macht, wird bei deren Einbeziehung eine Nahverkehrsabgabe wieder etwas höher werden müssen, um „Bremerhaven Bus“ ebenfalls durch die Gemeinschaft mitfinanzieren zu können.

Was ist denn mit den Zugstrecken und dem VBN?

Außerdem müsste noch eine Lösung für die Nutzung der Bahnstrecken innerhalb des Landes Bremen und den Anschluss an das niedersächsische Umland (Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen – VBN) gefunden werden.

Was ist mit Schwarzfahrern?

Gegengerechnet werden müssen auch noch die Kosten, die derzeit noch bei Polizei und Justiz für die Verfolgung und Bestrafung von Schwarzfahrern entstehen, da es bei einem fahrscheinlosen System des ÖPNV per definitionem keine Schwarzfahrer mehr gibt, so dass es in Bremen Verstöße gegen § 265a StGB (Leistungserschleichung) größtenteils nicht mehr geben wird.

Hilft das bei der Entschuldung Bremens?

Außerdem wird der Landeshaushalt entlastet, da hierdurch auch eine Verlustübernahme durch das Land Bremen nicht mehr nötig ist, so dass Bremen jährlich über € 52 Millionen an Ausgaben einsparen würde.

Ergebnis:

Unabhängig von den sozialen und ökologischen Gewinnen, die ein Modell des fahrscheinlosen, umlagefinanzierten öffentlichen Nahverkehrs für das Land Bremen bringen würde, würden auch die Bürger nicht übermäßig belastet und zu einem großen Teil sogar entlastet, wenn sie für ca. € 20,- pro Monat den gesamten öffentlichen Nahverkehr fahrscheinlos nutzen können.

http://www.bsag.de/4607.php – Gewinn- und Verlustrechnung


Kommentare

52 Kommentare zu Fahrscheinloser ÖPNV in Bremen – einmal durchgerechnet

  1. derdiedie schrieb am

    Ich finde es gut, das mal mit festen Zahlen belegt wurde, das alle von einem fahrscheinlosem OPNV profitieren würden . nur ist in der Rechnung eine kleine Milchmädchenrechnung. Die Autofahrer haben nicht den von dir angegebenen Mehrwert für Ca 5,50€ sondern müssten zu den Steuern ja zusätzlich den Beitrag von ca 20 € zahlen. Die Steuern würden nur anders verwendet werden können. Aber das macht das ganze nicht ungerechter, da es immer noch ein super Angebot wäre.

  2. vinzent schrieb am

    Schöne Rechnung.
    Was wir hier in Berlin als großen Faktor noch hinzurechnen können und müssen, sind Touristen… Idee wäre da direkt eine Abgabe bei den Hotels einzuführen, so dass Touristen pro Tag eine bestimmte Pauschale aufwenden. Ich weiss nicht wie hoch der Tourismus Faktor in Bremen ist, ich denke aber der ist nicht unerheblich…

    Liebe Grüße aus Berlin,
    Vinzent

  3. Danke für deine Berechnungen!

    Ein wesentlicher Aspekt fehlt aber noch: Ein fahrscheinloser Nahverkehr wird zweifellos zu einer deutlich höheren Nachfrage nach Verkehrsleistungen führen. Viele werden vom Auto auf den ÖPNV umsteigen. Das führt zu höheren Kosten: neue Fahrzeuge und Personal müssen her! Wie würde sich das auf die Gesamtrechnung auswirken? Die spannende Frage ist natürlich, wie hoch die zusätzliche Nachfrage ist. Hier müßte man wohl verschiedene Szenarien durchrechnen.

  4. Peter Bickhofe schrieb am

    Hi,
    die Bettensteuer bzw. Kulturabgabe der Stadt Köln haben wir hier bereits.
    5% auf die Übernachtsungskosten.

    Mich erinnert die ganze Idee ein wenig an die GEZ Gebühr.
    Insgesamt viel Geld in einem Topf der mit wachsenden Ansprüchen gern mal größer wird.
    Wie wird dabei die Wirtschaftlichkeit kontrolliert?

    Peter

  5. ScubaBen schrieb am

    Hi,
    die Rechnung ist nicht schlecht und die Überlegungen gut.

    Wie meine Vorredner muss ich aber 2 Dinge anmerken. Fahrscheinloser ÖPNV würde einen immensen Bedarf hervorrufen, der mit dem jetzigen Service nicht bestreitbar wäre. An dieser Stelle würden die Kosten für mehr Transportmittel und Personal erheblich steigen.

    Der 2. Punkt ist, dass der ÖPNV derzeit in Konkurrenz steht – zum Auto, zum Fahrrad, zum Taxi und zu anderen Transportunternehmen des ÖPNV. Wenn der ÖPNV öffentlich finanziert wird, ist dieses Marktprinzip ausgehebelt. Das bedeutet dann, dass betriebswirtschaftliche Optimierungen garnicht oder nur wenig betrieben werden (wie so üblich wenn man nicht unter Druck steht). Daher muss hier noch eine Lösung gefunden werden, durch die die Konkurrenz erhalten bleibt.

  6. Juliu Nanko schrieb am

    Interessante Überlegungen. Hinzuzufügen wäre noch: Man kann Kosten für Ticketautomaten und deren Wartung auch noch streichen. Also falls ihr sowas in Bremen habt, komme selbst aus Stuttgart. Automkaten kosten ja auch Geld, Energie in Form von Strom und Wartung.

    Ein Herausrechnen von Minderheiten o.ä. halte ich aber für ungut. Mein Ansatz wäre es zu sagen jeder Bremer bezahlt gleich viel Geld. Der Betrag von Behinderte, Kinder, Studenten etc. sollte anderweitig gesammelt werden. Zum Beispiel durch eine Gebühr von Hotelbesuchern, bzw Touristen. Aus dem Hotelgewerbe und Tourismus müsste dann die Summe der Behinderten etc aufgebracht werden.

    Zum Thema Studenten: Ich studiere in Stuttgart und zahle zusätzlich zu meinen Abgaben ans Studentenwerk 175€ pro Semester. 200€ im Jahr kann man Studenten also gut zumuten, weild das wären nur 100€ pro Semester.

    Problem wäre die Einsammlung des Geldes. Eine Steuer wäre wohl weniger durchführbar. Denkbar wäre ein System wie bei den Rundfunkgebühren. Aber das funktioniert ja bei den Gebühren nicht so ganz.

  7. Mark schrieb am

    … Touristen wurden schon erwähnt, ich denke auch, dass dort eine Abgabe kommen müßte.
    Darüber hinaus sehe ich auch zumindest große Arbeitgeber in der Pflicht. Zur Zeit ist es so, dass viele Arbeitgeber über das Jobticket auch einen Anteil am ÖPNV mitfinanzieren. Der darf nicht wegfallen, da insbesondere durch große Arbeitgeber in den Rush-Hours ein erheblicher Zusatzaufwand (zusätzliche Fahrzeuge und Personal) zur Bereitstellung von ÖPNV-Leistungen entsteht.
    Des weiteren würde ich auch kommerzielle (Groß)veranstaltungen als potentielle Einnahmequellen sehen. Bereits heute ist es so, dass manches Veranstaltungsticket gleichzeitig als ÖPNV-Ticket gilt und die Veranstalter hierfür zahlen. Insbesondere bei Großveranstaltungen wie z.B. Fussball müssen Verkehrsbetriebe einen erheblichen Zusatzaufwand leisten. Daher erscheint mir auch hier Abgabe für sinnvoll.

    Eine weitere Einnahmequelle sollte das City-Ticket sein. Viele Fernverkehrsfahrkarten der Deutschen Bahn nach Bremen erhalten eine City-Option, die es den Fahrkarteninhabern erlaubt die Fahrt im Nahverkehr zum eigentlichen Ziel ohne weitere Kosten zu machen. Dafür zahlt die DB einen Pauschalbetrag an die lokalen ÖPNV-Unternehmen. Diese Einnahmequelle sollte auf jeden Fall erhalten bleiben.

    Auf der anderen Seite ist auch damit zu rechnen, dass durch die Einführung des fahrscheinlosen Nahverkehrs dessen Nutzung steigt und dementsprechend Kapazitäten ausgebaut werden müssen. Der Ausbau des Nahverkehrs wird meistens durch öffentliche Mittel von Landes/Bundes- oder EU-ebene finanziert. Inwieweit das auch aus den Fahrgeldeinnahmen geschieht, weiß ich nicht. Ich denke aber, dass mindestens ein Teil der Kosten für den Ausbau und auch das Betreiben der erweiterten Kapazitäten durch die Abgabe finanziert werden müsste.
    Darüber hinaus denke ich, dass wenn der Nahverkehr über eine Abgabe finanziert wird, es notwendig ist Abdeckungsgarantien einzuführen, d.h.
    – Wie weit darf die nächste Haltestelle des ÖPNVs maximal bei welcher Bevölkerungsdichte entfernt sein.
    – Zu welchen Zeit muß die Minimum mit welchem Takt bedient werden?

    Ich denke auch, dass die Einführung eines solchen Modells zur Demokratisierung des ÖPNVs führen muss, dass heißt Beteiligungsstrukturen für Fahrgäste müssen eingeführt bzw. ausgebaut und auch Transparent sein.

    Ansonsten bin ich mir nicht sicher, ob trotz obiger HarzIV-Rechnung, mir eine sozial/einkommenundifferenzierte Abgabe wirklich gefällt. Es gibt viele Menschen in den unteren einkommensbereichen, die sich in einer Stadt wie Bremen dank Fahrrad auch weitgehend ohne Nutzung des Nahverkehrs durch die Stadt bewegen. Wenn man wenig verdient oder HartzIV bekommt, ist jeder zusätzliche monatliche Betrag eine Belastung, der auch die Freiheiten nimmt, an der eigenen Situation etwas zu verändern. Ich würde daher zumindest für eine grobe Differenzierung anhand von 2-3 Einkommensstufen plädieren.

  8. Johannes schrieb am

    Man sollte dazu bedenken, dass wie von Rainer oben angesprochen, die Betriebsosten nochmal deutlich nach oben gehen werden, wenn alle Bürger dazu gezwungen sind, den ÖPNV zu verwenden, weil sie diesen ja eh schon bezahlt haben.

    Hab ichs übersehen, oder hast du das in der Rechnung noch nicht drin, dass du momentan allen Abonnenten und Fahrgästen die jetzt schon bezahlen, nochmal zusätzlich zahlen lässt? Weil die Rechnung geht nur auf, wenn du alle Fahrscheineinkünfte wegnimmst und dann auf alle Bürger umwälzt.

  9. buliwyf schrieb am

    Wichtig wäre es zu erfahren, was jährlich für Automaten, Automatenwartung, Entwertungsautomaten in den Bussen und Kontrolleure ausgegeben wird. Auch die Infrastruktur des Backends, IT, Abrechnungsserver, Datenbankserver sind dann überflüssig und werden eingespart.
    Diese Beträge könnten direkt abgezogen werden.

  10. Jörg schrieb am

    Warum soll jeder im Land Bremen 20,- € zahlen, auch wenn er / sie nicht mit Bus oder Bahn fährt? Es ist also quasi das gleiche wie bei der GEZ. Ich muss zahlen, selbst wenn ich kein ARD oder ZDF schaue.
    Eine – ÖVN-Steuer ist also im höchsten Maße ungerecht. Egal wie viel oder wie wenig man über diese Steuer bezahlen müsste… Wenn wir diesen Gedanken mal weiter spinnen könnten wir auch ALLE Bürger Tabaksteuer zahlen lassen… Is ja deren Problem dass sie nicht rauchen, sie könnten es ja. Oder wir lassen alle Bürger KFZ-Steuer bezahlen. Egal ob Auto oder nicht…
    Ich glaub ihr seid da ziemlich auf dem Holzweg. Solzial Ihr solltet solche unrealisierbaren Dinge lieber lassen, damit euch mehr Menschen ernst nehmen…

  11. Moritz schrieb am

    Ich bin auch ein Freund dieser Idee, auch wenn ich die Bedenken und Probleme nachvollziehen kann.
    @Jörg: Ich denke, alle sind sich einig, dass ÖPNV, bei guter Verfügbarkeit und Nutzung, Umweltverträglich ist und für jeden zu benutzen ist. Es ist kein Luxusgut des Einzelnen, sondern im sinnvollen Zusammenspiel mit anderen Verkehrsmitteln, der Luxus unserer Gesellschaft nachhaltiger zu agieren. Daher scheint es wohl das vernünftigste zu sein, den Fahrscheinlosen Nahverkehr einzuführen. Ich denke für eine gerechtere Gesellschaft benötigt man in Deutschland ein hohes Maß an Solidarität, gerne auch gesetzlich verankert, verpflichtend und demokratisch kontrolliert. Und alle Deutschen bezahlen den Verkehr, das Straßennetz, Radwege, Nahverkehr und und und… da ist eine einfache Umlage wie diese gerechter für die Gesellschaft und einfacher nachzuvollziehen.
    Und sie es dochmal so, als Steuerzahler finanzierst du momentan schon die Verkehrsbetriebe mit, ein kleine Mehraufwendung und kannst immer den ÖPNV benutzen, vielleicht lässt du ja dann ab und an das Auto stehen und reduzierst so auch die Umweltbelastung.

    Was ich als wirkliches Problem betrachte, ist die wirtschaftliche Kontrolle eines solchen Unternehmens. Da sollte im Vorfeld genau aufgeschlüsselt werden, wieviel Geld den Verkehrsbetrieben zusteht.

  12. Maik schrieb am

    Von mir aus könnt ihr das Bundesweit machen, aber lasst die raus die keine Öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.
    Ich benutze z.B. nur mein Auto und mein Fahrrad. Warum sollte ich also für so etwas eine Abgabe bezahlen?

    Und erzählt mir jetzt nicht es ist für die Umwelt und die Allgemeinheit, davon habe ich nix.
    Meine Arbeitszeit passt mit den Busfahrplänen hier nicht zusammen, also würde ich auch für so eine Idee nicht zahlen.
    Und für die Umwelt ist es auch nicht, den das Geld kommt jetzt nur von woanders. Sonst ändert sich nichts!

  13. Stefan schrieb am

    Es darf dabei allerdings nicht bei einigen wenigen Bundesländern bleiben, sondern sollte Bundesweit und nicht nur für den Nahverkehr, sondern auch für den innerdeutschen Fernverkehr in Angriff genommen werden.
    Der positive Effekt auf die Umwelt ist unbezahlbar – selbst wenn nur 10% der Autofahrer auf ÖPNV umsteigen.
    Strassen werden entlastet, Staus reduziert, Feinstaubbelastung und Treibhausgase reduziert, Strassenreparaturen nicht so häufig notwendig …

    Aber man sollte vorher noch Lösungen für einige Knackpunkte finden.
    Wie motiviert man die privatwirtschaflichen Verkehrsbetriebe z.B. die Frequenz der ÖPNV-Verbindungen zu erhöhen oder neue Verkehrsverbindungen einzurichten, wenn die Verkehrsmittel überfüllt sind (mit allen Konsequenzen wie neue Fahrzeuge und neues Personal), wenn diese Ihr Geld nur abhängig von der Anzahl der Einwohner erhalten?

    Ich bin zuversichtlich, dass dies durchaus möglich ist, schliesslich haben die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten in einer vergleichbaren Situation die Einführung neuer Technologien (z.B. RDS, TMS, DVBT, HDTV) massgeblich vorangebracht, obwohl diese darurch keinen zusätzlichen Gewinn hatten.

    Zu klären wäre gegebenenfalls, wie die negativen Auswirkungen auf andere Branchen, wie z.B. Automobilhersteller und -zulieferer, Mineralölkonzerne und Tankstellen, Luftfahrt, privater Nahverkehr (z.B. Taxi) ausgeglichen werden können.

  14. Ich schrieb am

    Bitte eins nicht vergessen: Hinter Automatenwartung, IT-Systemen, Abrechnung usw. stehen Arbeitsplätze – und das nicht zu knapp. Da diese wiederum in der Regel gut in die Unternehmensstrukturen eingebunden sind, ergibt sich alleine schon daraus eine riesige Multiplikatorenwirkung GEGEN einen umlagefinanzierten ÖPNV.
    M.E. wird das auf ewig eine Utopie bleiben.

  15. Matthias schrieb am

    > Also, man muß auch bedenken, dass ohne Schwarzfahrer (erwischte), ein Teil der Einnahmen wegfällt (Strafgebühren usw.).
    > Höherer Bedarf verursacht höhere Kosten – wie werden diese aufgefangen? Jährliche Neuberechnung?
    > Belastung Autofahrer steigt um den Betrag der mtl. Abgabe. Richtig ist, dass er ja auch die Unterstützung der Verkehrbetriebe mit um die 13 €uro ja unterstützt, aber diese Leistung müsste dann zurückgeführt werden – KfzSteuerSenkung / Tankgutscheine? Ansonsten kann man die Unterstützung zur Finanzierung der ÖPNV nicht gegenrechnen!!! Das sind 2 paar getrennte Schuhe… ähm, Rechnungen 😉

  16. Mathias schrieb am

    Gute Überlegungen…

    Man ahnte es schon: Sieht so aus, als wäre das aktuelle System so ziemlich das Mieseste, was man machen kann.

    Für Autofahrer: Überlegt ob Ihr zuliebe der Umwelt nicht doch umsteigen könnt. Ansonsten gilt „ÖVN-Abgabe = Ökosteuer“

    Was alleine für die Verurteilung, Inhaftierung etc. der Schwarzfahrer für das Land Berlin wegfallen würde! Das Thema „Straffreiheit“ stand alleine deshalb schon zur Debatte. Ganz abgesehen von der Kriminalisierung von Jugendlichen, die keine Knete haben…

    Arbeitsplätze die wegfallen? Mehr Fahrten, besser in den Service investiert, Schaffner statt Sicherheitspersonal, Kontrollettis zum Hundekot-Wächter oder Parkknöllchenschreiber (Veranlagung bleibt Veranlagung, da gibt es auch Provision) umfunktionieren. Der Rest kann sich selbstständig machen mit neuen Geschäftsideen rund um den Service ÖPNV.

    Auch könnten vielleicht Fahrgemeinschaften à la „Taxi spielt Bus“ für ländliche Regionen, oder Schul- und Krankenfahrten in das System eingebunden werden.

    Die Fahrrad-Mitnahme muß dabei erleichtert werden…

    Besser geht immer!

  17. Robert schrieb am

    @ Maik: Als Autofahrer hast du von einem Kostenfreien ÖPNV:
    – weniger toxische Abgase, weniger Treibhausgase durch Reduktion des Automobilverkehrs
    – weniger Lärmbelästigung
    – weniger Stau
    – weniger Parkplatznot
    Als Radfahrer hast du davon:
    – die Möglichkeit, dein Fahrrad kostenfrei mitzunehmen und so den Mobilitätsradius mit dem Fahrrad auszuweiten
    – witterungsunabhängiger zu werden, da du bei Regen in den ÖPNV wechseln kannst

    @ Ich: Arbeitsplätze nur der Arbeitsplätze wegen zu erhalten ist Unfug. Letztlich STEIGT die Lebensqualität durch wegfallenden Ticketkauf (welches Ticket brauche ich wofür, was ist günstiger…) und Kontrollen erzielen erstmal auch keinen gesellschaftlichen Mehrwert.

  18. Azure schrieb am

    An Jörg. Du hast einen wichtigen Punkt vergessen: (Ich geh jetzt einfach mal davona us, dass du Bremer bist) Du finanzierst schon jetzt ohne gegenleistung den ÖPNF mit ca. 13 Euro/Monat! Vergiss das nicht. Was ist es dann noch fürn nen großer unterschied bis zu ca. 10€ mehr zu bezahlen? Wie oben beschrieben sind das nichtmal 2 Tagestickets. Die du oben drauf legen müsstest. So „unsozial“ ist das nicht und mit der GEZ ist das nicht so zu vergleichen, da man im ÖPNV gewissermaßen eine „messbare“ leistung erhalten kann, in Form von linien und Takten. Die Leistung der GEZ kann man nicht wirklich messen, da man guten Journalismus nicht objektiv messen kann. (Denn die GEZ wird ja deswegen allgemeinverbindlich, weil ein bildungsauftrag verbunden ist, der aber relativ ist). ich würde das auch nicht als Steuer sondern eher als allgemeinverbindlicher Beitrag, da er in gewisser Form zweckgebunden ist. Steuern sind in der Regel nicht zweckgebunden. (KFZ-Steuer kann z.B. dann auch für H4 verwendet werden usw.). Das mit der tabaksteuer ist auch nur ein Scheinargument. Es besteht ein erheblicher Unterschied zwischen Zigaretten und ÖPNV. Ist wohl nicht vergleichbar, auch allein deswegen schon, dass das eine ne Steuer ist und das andere sowas wie nen Beitrag/Gebühr, welcher mehr oder weniger zweckgebunden ist. Außerdem ist es ein unterschied ob man auf ein hergestelltets privatwirtschaftliches produkt nach herstellung eine Luxussteuer macht oder ob man eine Abgabe macht um eine bestimmte Dienstleistung bereitzustellen.

    Find edie Rechnung schon sehr gut. Darauf kann man sehr gut Aufbauen. man muss jetzt nur noch ein paar andere sinnvolle Einnahmequellen (z.B. Touri-Abgabe) einrechnen und wie viel es kosten würde dem folgenden Ansturm gerecht zu werden. Aber ich glaube kaum, dass der Preis so wirklich viel höher wird.

  19. Robert schrieb am

    Zur Verteuerung durch Mehrnutzung ist es interessant sich den Fall Hasselt in Belgien anzuschauen, wo es seit 15 Jahren einen fahrscheinlosen ÖPNV gibt. Dort wuchsen die Kosten um das 2,5fache während sich die Nutzer Zahl mehr als Verzwölffachte. Die einzelne Fahrt kostete also nur noch 40% dessen, was sie vorher kostete. Natürlich wurde dadurch der ÖPNV absolut teurer. Dieses Geld gewannen aber viele Bürger auch durch verringerten Benzinverbrauch oder gar Abschaffung des Autos mehr als zurück. Darüberhinaus verbesserte sich natürlich die Taktfrequenz, was gerade in Stadtrandgebieten zu einer Attraktivitätssteigerung führen würde.

  20. Frau-Schelle schrieb am

    nicht jeder der eine Fahrkarte kaufte war ein Bremer. Täglich pendeln unzählige Niedersachsen mittels ÖPNV, und nicht zwingend VBN, nach Bremen; wie will man das handhaben? Für ein kleines Land, wie Bremen, wird es ohne irgendeine Art „Fahrschein“ wohl kaum zu realisieren sein.

  21. Steven schrieb am

    Hallo Bremer Piraten, wir in Berlin arbeiten ja wie schon oben erwähnt auch an dem fahrscheinlosen ÖPNV und dafür habe ich damals auch einige Gedanken gemacht. Meine Idee ist nämlich, auch Touristen zur Kasse bitten, die ja theoretisch gratis den ÖPNV nutzen könnten. Aber wenn einfach die Touristen bei Hotelübernachtungen oder Museumsbesuchen einfach pro Tourist 1 – 5 € extra eingenommen werden könnte wieder der Preis für die Bremer Nutzer sinken.
    Denkt mal drüber nach, haben dazu auch ein Pad angelegt gehabt, könnt ihr gerne mal drüber gucken und Ideen aufschnappen 😉

    http://piratenpad.de/Berlin-KonzeptOEPNV

  22. Es gibt sicherlich noch weitere Effekte, die durch fahrscheinlosen ÖPNV entstehen. Neben ökologischen Effekten, werden deutlich weniger teure Autofahrten durchgeführt: mehr Geld mehr Kaufkraft. Ölressourcen werden geschont. Man sollte auch überlegen, dass man Busse erheblich einfacher mit ökologisch besser verträglichen Antriebsmitteln ausstatten kann, als dezentral abgestellte PKWs.

    Parkplätze und Parkhäuser werden nicht mehr in dem Ausmaß benötigt. Alternative Nutzungen der Flächen können deutlich die Lebens- und Wohnqualität steigern. Wenn die Stadt weniger Autoverkehr hat, steigert sich dadurch auch der Tourismus.

    Auch Parkplatzgebühren können übrigens die Kosten des fahrscheinlosen ÖPNV deckeln. Wer trotzdem mit dem Auto kommen will, muss entsprechend dafür zahlen.

    Ich halte es auch sehr sinnvoll, eine Art Kurtaxe für Touristen einzuführen, die ja ganz sicher nur noch per Bahn anreisen werden, um in Bremen den dann gut ausgebauten ÖPNV zu nutzen.

    Externe Pendler-Kommunen könnten Verträge mit Bremen aushandeln, um entsprechende Jahresbeiträge von den Pendlern zu erhalten. Wenn das Jahresticket nur 200€ kostet, wäre das sicherlich weniger, als aktuelle Preise.

  23. alex schrieb am

    Die Gäste, die in Hotels und Jugendherbergen übernachten könnt Ihr über eine Kurtaxe am System beteiligen – pro Tag eben ein paar Pfennig, ähm, Cent. Oder pro Tag einen Euro, das ist immernoch „big bang for buck“, wenn Ihr mich fragt.

    Um die genauen Zahlen zu haben müsstet Ihr die Bücher einsehen. Das wäre eigentlich mal ein gutes Thema für die Master-Arbeit eines Betriebs- oder Volkswirtschafters 😉

  24. Steven schrieb am

    Hallo nochmal,

    habe gerade recherchiert und laut dem Weserkurier kommen jährlich 40 Mio. Tagesgäste nach Bremen, Tendenz steigend. Wenn davon die Hälfte länger als einen Tag dort bleibt, also ein Hotel bezieht könnt ihr durch eine Kurtaxe von 2 € schon über 80 Mio. € problemlos einnehmen 😉

  25. Jeronimo schrieb am

    Die Problematik „nutze ich nicht, also will ich auch nicht zahlen“ wie bei der GEZ ist definitiv da. Man kann denke ich auch nicht mit einer höheren Nutzungsquote oder eines allgemein höheren Grundbedarfs des ÖPNV im Vergleich zu den Rundfunkangeboten argumentieren, die werden sicherlich sogar geringer sein. Das macht eine pauschale monatliche Gebühr für jeden daher theoretisch sogar ungerechter als es die GEZ im Moment ist. Und der Unmut über jene ist ja so schon groß genug.

    Eine Gegenrechnung z.B. im Rahmen der KFZ-Steuer wäre des Weiteren leider wohl auch kaum möglich. Ich persönlich bezahle ~90€/Jahr, das sind 7,50€ / Monat und daher selbst bei KOMPLETTEM Wegfall der KFZ-Steuer nicht einmal die Hälfte meines monatlichen Mehraufwandes durch die ÖPNV-Pauschale, selbst, wenn ich nach wie vor nur den PKW nutze (zB wegen ungünstiger Anbindung etc.). Immerhin etwas würde sowas aber dem PKW-Fahrer entgegen kommen, wenngleich die Kosten dann wieder stiegen…

  26. Jeronimo schrieb am

    Die Problematik „nutze ich nicht, also will ich auch nicht zahlen“ wie bei der GEZ ist definitiv da. Man kann denke ich auch nicht mit einer höheren Nutzungsquote oder eines allgemein höheren Grundbedarfs des ÖPNV im Vergleich zu den Rundfunkangeboten argumentieren, die werden sicherlich sogar geringer sein. Das macht eine pauschale monatliche Gebühr für jeden daher theoretisch sogar ungerechter als es die GEZ im Moment ist. Und der Unmut über jene ist ja so schon groß genug.

    Eine Gegenrechnung z.B. im Rahmen der KFZ-Steuer wäre des Weiteren leider wohl auch kaum möglich. Ich persönlich bezahle ~90€/Jahr, das sind 7,50€ / Monat und daher selbst bei KOMPLETTEM Wegfall der KFZ-Steuer nicht einmal die Hälfte meines monatlichen Mehraufwandes durch die ÖPNV-Pauschale, selbst, wenn ich nach wie vor nur den PKW nutze (zB wegen ungünstiger Anbindung etc.). Immerhin etwas würde sowas aber dem PKW-Fahrer entgegen kommen, wenngleich die Kosten dann wieder stiegen…

  27. Maik schrieb am

    [Zitat von Robert]
    @ Maik: Als Autofahrer hast du von einem Kostenfreien ÖPNV:
    – weniger toxische Abgase, weniger Treibhausgase durch Reduktion des Automobilverkehrs
    – weniger Lärmbelästigung
    – weniger Stau
    – weniger Parkplatznot
    Als Radfahrer hast du davon:
    – die Möglichkeit, dein Fahrrad kostenfrei mitzunehmen und so den Mobilitätsradius mit dem Fahrrad auszuweiten
    – witterungsunabhängiger zu werden, da du bei Regen in den ÖPNV wechseln kannst
    [Zitat Ende]

    Die Abgabe ist trotzdem zu pauschal, denn ich wohne auf dem Land und viele deiner Pluspunkte gelten hier nicht.

    1. Autos gibt es hier eh schon nicht sehr viele, also auch keine Staus, keine Parkplatznot und Lärm auch nicht.
    2. Mit dem Fahrrad soll ich davon profitieren? Wie denn, wenn kaum noch Busse fahren weil sie sich nicht lohnen.

    Ich würde die Abgabe zahlen, damit andere kostenlos fahren können. Das sehe ich nicht ein, dann will ich eine Gegenleistung.

  28. Dennis Quad schrieb am

    Die Rechnung erinnert an Friedrich Merz und Konsorten und seine Bierdeckel. In der Rechnung ist leider sooo vieles unberücksichtigt geblieben, pauschaliert uns angenommen worden, dass man mit diesen Grundlagen Brmen auch in 10 Jahren schuldenfrei rechnen können. Die Idee ist ja gar nicht so übel, aber so wird das nichts. Bitte noch einmal durchrechnen, aber richtig!

    Besonders ärgert mich aber diese neue Zwangsabgabe, diese ÖPNV-GEZ. Kommunismus im kleinen Bereich? Wer wird die eintreiben??? Ach die Zahlen dazu fehlen ja auch. Schade.

    Wie ich aber sehe hat sich gerade diese Autorin auf dieser Webseite kürzlich bei der GEZ noch vehement gegen eine allgemeine Zwangsabgabe ausgesprochen. Was denn nun???

    Ist das jetzt Programm der Bremer Piratenpartei? Dann kann ich auch gleich Grüne oder die Linken wählen, macht keinen Unterschied mehr. Alles Sozialschwärmerei und wenn man dann an der Regierung ist, konnte man das leider doch nicht finanzieren, weil man sich vorher etwas vertan hatte.

    Erinnert auch ein wenig an dieses Grundeinkommen. Nette Idee, keine wirklich belastbaren Zahlen. Ihr müsst euch die 10% noch mühsam erarbeiten,

    meint Dennis

  29. Ich schrieb am

    Lieber Mathias,

    Wirklich tolle Vorschläge, Hundekot sammeln, selbständig machen….

    Wäre interessant zu sehen,ob du diese Denke auch noch beibehältst, wenn es um deinen Arbeitsplatz ginge…

  30. Ich schrieb am

    Ich könnte schwören, gestern abend noch eine Antwort auf Mathias hier geschrieben zu haben und nun ist sie wie vom Erdboden verschwunden. Toll!

  31. Tido schrieb am

    Hallo,

    im Prinzip ne gute Idee. Das Thema wird doch aber gerade bei denen schwierig, die den ÖPNV nicht nutzen/wollen. Das wäre dann ja eine Zwangsabgabe für diese Gruppen. Ist sowas denn dann rechtlich möglich? Warum sollte ich den ÖPNV finanzieren, wenn ich ihn nicht nutze?

    Die bisherige Alimentierung über die Steuern ist dem nicht gleichzusetzen, da der „ÖPNV-beitrag“ ja noch dazu käme.

  32. Frau-Schelle schrieb am

    Hier wird aber ein bisschen heftig mit den Zahlen jongliert 😉

    (Radio Bremen)

    Rechnen wir doch bitte mit korrekten Zahlen.

  33. Stefan (Pirat) schrieb am

    All die, die sagen sie wollen nicht dafür bezahlen, was sie nicht nutzen erinnere ich daran, dass alle für unsere Strassen bezahlen auch wenn sie sie nicht alle nutzen (bzw. im sehr unterschiedlichem Masse).
    Was würden Autofahrer sagen (bin auch einer), wenn eine allgemeine Maut (auch im Ortsverkehr) eingeführt würde.
    Hier unser Pad in Hannover
    https://piratenhannover.piratenpad.de/ThemaFahrscheinloserOEPNV

  34. Bernd Mehrtens schrieb am

    Ich finde den Ansatz nicht schlecht, einmal alles infrage zu stellen. Mich stört z.b. auch, dass Bremen jährlich 21 Millionen Euro für Kultur zubuttert. Rechnet man das auf jeden Bremer um, kommen monatlich ca. 3,50 Euro für jeden Bremer heraus. Das ist sozusagen ein Kultur-Abonnement auf Staatskosten.

    Ich gebe zu bedenken, dass vor allem die, die dann sowieso keine Kultur konsumieren können (Arbeitslose, Hilfeempfänger) nichts davon haben. Jemand, der sich für Kultur interessiert, hat oft auch das nötige Kleingeld für sowas. Auch hier zahlt die Gemeinschaft für Dinge, die nicht jeder in Anspruch nimmt. Die Summe ist zwar verhältnismäßig gering, aber ich halte Kultur für so überflüssig wie nur Irgendwas – Angesichts leerer Kassen. Auch da sollte man den Hahn zudrehen.

    Ich weiß, dass da auch viele Arbeitsplätze dranhängen. Aber wenn man es so betrachtet, subventioniert der Staat hier heimlich Jobs. Ich halte die ganze Subventionspolitik für fragwürdig. Man sollte bundesweit z.b. mehr in die Entwicklung der richtigen Richtung (Ökostrom) investieren, als z.b. weiter Kohle zu subventionieren. Es gibt in manchen Firmen sogar Leute, die immer wieder Angebote entwickeln, mit dem man möglichst viel Fördergeld abgreifen kann. Das muss abgestellt werden.

  35. andreas v. aus L.E. schrieb am

    Ich finde das Konzept und die Kommentare sehr hilfreich und habe es auf die ML Leipzig weitergeleitet, nachdem ich über die ML Halle/Saale darauf aufmerksam geworden bin. Wir haben in 14 Monaten OBM-Wahlen und wollen vorauss. im Januar 2012 ein eigenes Nahverkehrskonzept zur Diskussion stellen.

    In Bremen würde ich eher einen Betrag von 25€ ansetzen um für den Ausbau des ÖPNV-Systems und Schaffung von Rücklagen gewappnet zu sein.

    Grüße aus Leipzig nach Bremen

    P.S. Argumentationen a la „Was ich nicht nutze, will ich auch nicht bezahlen“ kann man mit folgendem Bsp. begegnen: Auch wer nicht schwimmen oder lesen kann/will bezahlt Schwimmhallen oder Büchereien mit, Auch wer keine Kinder hat, bezahlt für KiTas und Schulen mit etc pp.

  36. Ronald H-M schrieb am

    Ich finde eine Super Idee. Ich würde mir dann auch überlegen auf Busse und Bahnen umzusteigen.
    Aber dennoch ist das zu klein Gedacht. Was ist mit den Menschen aus dem Umland? Würden die dann nicht
    kostenlos fahren? Ich denke man muß da eher Bundesweit denken und den Regionalverkehr mit einbeziehen.
    Dann könnte das klappen.

  37. itschytoo schrieb am

    Weitere Punkte (klein und nicht unbedingt zu beziffern, aber dennoch interessant):

    – Kein Fahrscheinverkauf beim Busfahrer
    —> Schnellere Abfertigung, kürzere Fahrzeit
    —> Weniger/kein Barvermögen im Bus (keine Ahnung, ob es Überfälle gab/gibt)
    —> Kosten/Wartung für Verkaufsautomaten, Entwerter, Fahrscheindruckkosten, Geldtransporte, … entfallen

    – Tendenziell zu erwartende steigende Nutzung ÖPNV
    —> Bessere Auslastung
    —> Kürzere Takte
    —> bessere Netzabdeckung
    —> Effizienterer Betrieb
    —> Bus belastet Straße mehr, aber Bus ersetzt mehrere Autos (->Straßenerhaltungkosten)
    —> Zusätzliche Busfahrer (Arbeitskräfte), wenn national eingesetzt auf Kosten Arbeiter Autoindustrie

    Gegenargument „Autofahrer zahlen mit“: ÖPNV-Nutzer zahlen über Steuern auch Straßenbau

  38. Jürgen Gries schrieb am

    Bei der Berechung ist möglicherweise ein Fehler unterlaufen. Nach dem Schwerbehindertenrecht haben nur die Betroffenen mit dem Nachteilsausgleich“H“, „Gl“, „G“ und „aG“ einen Anspruch auf kostenfreie Beförderung im ÖPNV (incl. einiger Züge der Bahn im Nahverkehr). Schwerbehinterte mit dem Nachteilsausgleich „G“ müssen um dies in Anspruch nehmen zu können eine Wertmarke käuflich erwerben, Aufwand 60 Euro im Jahr.

  39. schoschie schrieb am

    das ,– kommt hinten an Geldbeträge nur dran, wenn man keine Nachkommastellen angibt; genau dafür ist es ja ein Platzhalter.

    Beispiel: 12,– €
    Aber 12,99 €

    So, jetzt hab ich fertig kluggeschissen und lese den Artikel zuende 🙂

  40. schoschie schrieb am

    Sehr gute Gedanken, aber die Rechnung geht davon aus, dass die Kosten, die dem ÖPNV-Anbieter entstehen, konstant bleiben (am Beispiel, was 2010 für die Finanzierung aufgebracht werden musste). Wäre das Nahverkehrssystem aber fahrscheinfrei und von jedem immer zu nutzen, dann würde die Auslastung immens ansteigen, so dass zusätzliche Fahrzeuge und Personal beschafft werden müssten und höherer Verschleiß (= Wartungskosten) auf Bahnscheinen etc. entstünde. Man muss auch damit rechnen, dass ein »freies« ÖPNV-System mittel- bis langfristig größere Investitionen (zusätzliche Linien/dichteres Netz/optimierte Streckenführung etc.) nach sich zieht, also da auch Kosten entstehen, die irgendwie finanziert werden müssen.

  41. Wilhelm Adt schrieb am

    Liebe Forumsmitglieder

    Wenn man die Pendlerpauschale abschafft und als Ausgleich dafür einen kostenlosen Öffentlichen Nahverkehr anbietet könnte das interessante positive Effekte haben – neben einer Quelle zur Finanzierung:

    „Druck“ eher dort zu wohnen wo man auch arbeitet (dadurch weniger Verkehr – weniger ökologische Belastung / Stärkung der Einnahmenbasis von Bremen – jeder frühere Pendler der in die Stadt zieht steigert die Steuereinnahmen der Stadt)

    Druck auf Nahverkehrsqualität

    Förderung des Öffentlichen Nahverkehr

    Anreiz Nahverkehr auch zu nutzen (Mobilität wird im Basispaket kostenlos angeboten durch Bus/Bahn – Wer höhere Ansprüche hat muss dafür auch mehr bezahlen – da die Steuerförderung von Privatem PKW-Verkehr wegfällt).

    Viele Gruesse,

    Wilhelm Adt

  42. Thomas schrieb am

    Gerade der Abschnitt „Autofahrer“ ist eine Milchmädchenrechnung:

    Hier soll jeder Erwachsene die genannte Umlage von 20 EUR/Monat zahlen, zusätzlich zu den bisher schon anfallenden Steuern

    Wie kann bei sozialisierten Kosten sichergestellt werden das bisher verkehrsschwache Gebiete ausgebaut werden ?

  43. Anonymous schrieb am

    Die Argumentation, dass Autofahrer die ÖPNV-Abgabe nicht zahlen sollten, ist unfug. Sie geht nämlich davon aus, dass durch den fahrscheinlosen ÖPNV das Nutzungsverhalten unverändert bleiben soll. Genau das wird aber nicht angestrebt – es soll ein großer Teil des Verkehrs auf den ÖPNV verlagert werden – reine Autofahrer, die den ÖPNV nicht nutzen würde es damit nicht mehr geben. Außerdem würden Personen, die ihr Auto doch behalten und sogar nutzen, dann deutlich weniger im Stau stehen. Ich finde, wenn ein Pendler täglich, sagen wir mal, je 10 Minuten Teil vom Stau ist (stadteinwärts und stadtauswärts), dann steht er pro Monat 400 Minuten im Stau. Bei längeren Strecken kann das auch mehr werden. Wenn jetzt die Straßen plötzlich leergefegt sind, weil fast alle Leute öffentlich fahren, dann könnten sich diese 400 Minuten vllt auf 40 Minuten reduzieren. Und 20 Euro für 360 Minuten gesparten Stau finde ich eigentlich sinnvoll angelegtes Geld.

  44. Rancour schrieb am

    Mal ganz davon abgesehen, dass die Autofahrer auch von einem starken ÖPNV profitieren, da er eine direkte Konkurrenz zur Automobil- und Ölindustrie darstellt. Was das heißt, kann jeder, der auch nur ansatzweise verstanden hat, wie die freie Marktwirtschaft tickt, sich ausrechnen: Autos werden erschwinglicher und das Benzin wird vielleicht nicht billiger, aber zumindest langsamer teurer.

    Wobei das natürlich wieder zu sinkenden Steuereinnahmen für den Staat führt… hach, es ist ein Teufelskreis x)

  45. anonym schrieb am

    Ui!
    Vielen Dank für diese Rechnung! Auch ich, der bisher sehr von dem Komzept überzeugt war, dachte nicht, dass das SO billig geht. Da ist es ja nun echt lächerlich sich als Autofahrer ungerecht behandelt fühlen zu wollen.

  46. Pingback: Aktion „fahrscheinloser ÖPNV“ der PIRATEN Nienburg | Piraten Schaumburg

  47. Pingback: Piraten fordern mutigeres ÖPNV-Konzept im Landkreis Osterholz | Piraten OHZ

  48. Andi schrieb am

    Wenn Autofahrer sich ungerecht behandelt fühlen, weil sie den ÖPNV mitfinanzieren müssen, darf ich mich als Fußgänger sicherlich doch auch ungerecht behandelt fühlen, dass ich den Autofahrern ihre Straßen mitfinanzieren muss. Und abgesehen von den Autobahnen werden diese sogar jetzt bereits zu 100% aus Steuern finanziert. Jetzt werden bestimmt Argumente kommen dass die Busse auch auf der Straße fahren und somit auch Nutzer des ÖPNV vom Straßenbau profitieren, mich würde es aber auch nicht stören, wenn da wo jetzt Autos die Busse behindern stattdessen Schienen wären und alles was ich zu Fuß laufe dürfte auch gerne über naturbelassene Wiesen statt Straßen gehen.

  49. Pingback: Jetzt fährt sie endlich – die Linie 4 | Piraten OHZ

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