2. Verkehr

Bild: CC-BY-SA Sascha Kohlmann

2.1 Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) durch Ausbau des Verkehrsnetzes und Einführung eines fahrscheinlosen ÖPNV

Öffentlicher Nahverkehr zum Nulltarif – Vorfahrt dem ÖPNV und dem Fahrrad

Der Autoverkehr in der Stadt ist ineffizient und unsozial. Er kostet Platz, „stinkt“ und macht „Krach“. Wir PIRATEN Bremen wollen den öffentlichen Personennahverkehr fördern. Wir zielen darauf ab, den ÖPNV langfristig für den direkten Benutzer kostenfrei zu gestalten und dem innerstädtischen Autoverkehr eine Alternative entgegenzusetzen.

Wir PIRATEN Bremen fordern eine konsequente Förderung des Öffentlichen Personennahverkehrs  (ÖPNV).

Wir wollen den „Fahrscheinlosen ÖPNV“, mehr und bessere Fahrzeuge und eine höhere Taktung.

Die Unentgeltlichkeit des öffentlichen Personennahverkehrs ist ein wichtiger Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit und zur Möglichkeit der persönlichen Entfaltung. Wir PIRATEN wollen deshalb, dass der ÖPNV für jeden Menschen fahrscheinlos nutzbar ist. Die Anbindung der Randgebiete der Stadt, insbesondere die Anbindung von Bremen-Nord, ist durch erhöhte Taktungen im ÖPNV zu verbessern. Dadurch wird der Öffentliche Personennahverkehr für die Bürger attraktiver, und es werden mehr Menschen dazu bewegt, auf das Auto als Haupt-Verkehrsmittel zu verzichten.

So können wir die Innenstadt entlasten und die Lebensqualität verbessern. Die Feinstaubbelastung wird sinken, die Zahl der Unfälle reduziert, die Lärmbelastung in der Stadt nimmt ab.

Unser schönes Bremen wird dadurch für Menschen und Unternehmen attraktiver, die Beliebtheit als Wohnort und als touristisches Ziel wird steigen.

Wir PIRATEN erteilen dem parkscheinlosen Individualverkehr daher eine Absage. Bestehende Parkflächen sollen intensiver als bislang bewirtschaftet werden, wobei Autobesitzer und Autobesitzerinnen ein Jahresticket kaufen können. Vielleicht werden auch einige Bürger auf die Neuanschaffung von PKW verzichten.

2.2 Barrierefreier Ausbau des öffentlichen Verkehrsraumes

Wir PIRATEN Bremen fordern einen umfassenden und durchdachten Ausbau des öffentlichen Verkehrsraumes und des öffentlichen Personennahverkehrs, um Menschen mit Behinderungen die Teilnahme am Straßenverkehr zu ermöglichen und zu erleichtern. Dabei muss eng mit Expertenverbänden zusammengearbeitet werden. Deren jahrzehntelange Erfahrung und Forschungsarbeit zur Wirksamkeit und Umsetzung von Barrierefreiheit im Verkehr muss die Grundlage für städtische Maßnahmen sein.

2.3 Kein Alkoholverbot im öffentlichen Nahverkehr

Wir PIRATEN lehnen das Alkoholverbot im öffentlichen Nahverkehr ab. Um gegen betrunkene Randalierer vorzugehen, reichen die bestehenden Bestimmungen des Hausrechts und der Strafgesetze aus. Ein Mitfahren von Betrunkenen lässt sich durch ein Konsumverbot ohnehin nicht verhindern. Im Gegenteil ist es zu begrüßen, wenn fahruntüchtige Menschen den öffentlichen Personennahverkehr nutzen, um ihren Wohnort sicher zu erreichen. Es liegt nicht in der Verantwortung der Verkehrsbetriebe, den Bürgerinnen und Bürgern bestimmte Moralvorstellungen aufzuzwingen.

2.4 Freies WLAN im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)

Der Zugang zu Informationen und Nachrichten über das Internet, auch unterwegs, ist in der digitalen Gesellschaft von elementarer Bedeutung. Wir PIRATEN setzen uns dafür ein, dass in den Transportmitteln und Haltestellen der Bremer Verkehrsbetriebe für Kunden ein registrierungsfreies und kostenloses WLAN zur Verfügung gestellt wird.

2.5 ÖPNV und Fahrrad Hand in Hand

Um die Umweltbelastung und den Ressourcenverbrauch einzudämmen, muss der Radverkehr in Bremen gefördert werden. Damit Fahrradfahren für Pendler und Pendlerinnen attraktiver und die Stadt von Autos entlastet wird, soll die Fahrradmitnahme in Bussen und Bahnen ab sofort kostenfrei sein. Bei Neuanschaffungen von Bussen oder Bahnen soll ausreichender Platz für die Fahrradmitnahme ein wichtiges Kriterium sein. Bestehende Fahrzeuge sollen bei anstehenden Ertüchtigungen entsprechend angepasst werden. Flächendeckend soll des Weiteren ein Fahrradverleihsystem mit Pedelecs an den Bike-&-Ride-Stationen aufgebaut werden, damit auch ältere und körperlich untrainierte Menschen auf die Nutzung von Autos in Gebieten mit weniger dichtem Streckennetz verzichten können. Darüber hinaus sollen Lastenräder angeboten werden, um Haushalten ohne Auto und Menschen ohne Führerschein eine kostengünstige und praktische Alternative für Lastentransporte zu bieten.

2.6 Shared Space und freie Fahrt für Fahrräder

Wir wollen Freie Fahrt für Fahrräder und die gemeinsame Nutzung des Verkehrraumes durch alle Verkehrsteilnehmer. Mehr Rücksicht im Straßenverkehr wagen!

Die Nutzungspflicht von Bordsteinradwegen muss auf den Prüfstand. Wo die Nutzung der Straße zumutbar ist, muss dies erlaubt sein und es sollten Radfahrstreifen oder Schutzstreifen angelegt werden. Im Gegenzug müssen die alten Radwege zurückgebaut werden, damit seitens der Radfahrer und Radfahrerinnen und anderer Verkehrsteilnehmer keine Unklarheiten bestehen.

Um Kosten zu sparen, können die Rückbauten im Zuge ohnehin anstehender Baumaßnahmen erfolgen oder sich zunächst auf die Auf- und Abfahrten alter Radwege beschränken. Insbesondere für jüngere und unerfahrene Radfahrer und Radfahrerinnen soll an ausgewählten Strecken auch die Nutzung des Fußweges freigegeben werden. Auf diesen Wegen soll jedoch der Verkehr zu Fuß Priorität haben.

Wo auf nutzungspflichtige Bordsteinradwege nicht verzichtet werden kann, setzen wir uns dafür ein, dass die Trennung zwischen Rad- und Fußweg auffälliger gestaltet wird, um Konfliktsituationen zwischen Fußgängern und Fußgängerinnen und Radfahrern und Radfahrerinnen zu reduzieren. Neben eindeutigen Farbunterschieden kann dies durch Rillen- oder Noppensteine oder durch einen spürbaren Höhenunterschied zu den Fußwegen geschehen. Derartige Maßnahmen haben sich in anderen Ländern bewährt, damit Fußgänger nicht unabsichtlich die Radwege betreten.

Gerade an Kreuzungen stellen Bordsteinradwege oft eine erhebliche Gefahr dar. Zur Entschärfung können Bordsteinradwege in Kreuzungsbereichen vermehrt auf Radspuren auf der Fahrbahn leiten, damit die Radfahrer und Radfahrerinnen besser von rechtsabbiegenden Fahrzeugen bemerkt werden. Um Konflikte zwischen Radverkehr und Passanten an Kreuzungen zu reduzieren, sollen die Überwege für diese stärker als bisher getrennt werden.

Gleichzeitig soll der Radverkehr an Kreuzungen grundsätzlich eigene Ampeln erhalten, um den unterschiedlichen Geschwindigkeiten zwischen Fußgängern und Fußgängerinnen und Radfahrern und Radfahrerinnen Rechnung zu tragen. Wo Bedarf besteht, möchten wir PIRATEN die Anzahl der Fahrradstellplätze erhöhen. Dies kann durch zusätzliche Fahrradständer, aber auch durch Fahrradparkhäuser oder abschließbare Fahrradboxen realisiert werden, um Konzepte wie „Bike & Ride“, also den Übergang vom Fahrrad zum öffentlichen Nahverkehr, zu unterstützen. Für den Innenstadtbereich sollen verstärkt Shared-Space-Möglichkeiten geprüft werden, bei denen Straßen von allen Verkehrsteilnehmern und – Teilnehmerinnen genutzt werden und das Rücksichtsprinzip auch für stärkere (z. B. motorisierte) Verkehrsteilnehmer und -teilnehmerinnen gilt.

2.7 Keine Nötigung von Autofahrern und Autofahrerinnen

Wir glauben, dass attraktive alternative Angebote für PKW-Nutzer und -Nutzerinnen eher geeignet sind, Menschen zum Umstieg auf andere Verkehrsmittel zu bringen als die künstliche Verknappung von Parkplatzflächen, wie sie in der Vergangenheit häufig vorgenommen wurde. Die künstliche Verknappung von Parkplätzen führt oft zu falsch parkenden Fahrzeugen, die wiederum Rettungskräfte und andere behindern können. Auch wird die Lebensqualität der Menschen so unnötig eingeschränkt.